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Kirchspielgeschichte

Die Gründung des Kirchspiels Trittau erfolgte während der Regierungszeit des Grafen von Schauenburg und Markgrafen von Holstein und Stormarn, Adolf IV., und seiner beiden Söhne Johann und Gerhard (Ende des 12. bis Mitte des 13. Jahrhunderts). Zum Begriff ´Kirchspiel`siehe HIER.

Trittau gehörte damals zum Kirchspiel Steinbek. Das Trittauer Gotteshaus hatte ursprünglich nur den Status einer Kapelle und war noch nicht mit allen kirchlichen Gerechtsamen ausgestattet. In ihm wurde lediglich für die Bewohner der von Reinbek weiter entfernt liegenden Dörfer der Gottesdienst abgehalten, während Trittau in allen übrigen kirchlichen Belangen und Handlungen von seiner Hauptkirche Steinbek (heute Kirchsteinbek/Billstedt) abhängig war.

Dieser Umstand und der weite Weg von Trittau zur Kirche nach Steinbek brachten mancherlei Unbill und Verdruß mit sich. So löste man im Jahre 1248 Trittau aus dem Kirchspiel Steinbek heraus und erhob seine Kapelle zu einer Taufkapelle und Gemeindekirche. Die Urkunde ist vom Dompropst Otto von Hamburg und vom Abt von Stade unterzeichnet.

Damals gab es zwei Ortschaften mit dem Namen Trittau, Groß- und Klein-Trittau. Die 1239 erstmals erwähnte Kapelle, die dann 1248 zur Gemeindekirche erhoben wurde, stand in Groß-Trittau, wo auch der Pfarrer des neuen Kirchspiels wohnte. Klein-Trittau hatte 1327 eine eigene Kapelle, in der der Pfarrer von Groß-Trittau viermal im Jahr die Messe lesen mußte. Für diesen Dienst mußten die Klein-Trittauer Bauern dem Pfarrer jährlich 12 Schillinge (solidi) zahlen. Die Verpflichtung ist urkundlich manifestiert in der sogen. Bulla Johannis des Grafen Johann von Holstein und Stormarn im Jahre 1327. Es ist nicht überliefert, wie lange KleinTrittau, das später den Namen `dat Lütgendorp" erhielt, mit seiner Kapelle bestanden hat; seine Lage wird am Rande der Hahnheide vermutet.

Ob erste Nachrichten über die Reformation von Hamburg, Lübeck oder Oldesloe nach Trittau kamen, ist nicht dokumentiert. 1524 wurde die Glaubensfreiheit in den Herzogtümern verkündet. Oldesloe war die erste Stadt, in der 1524 oder 1525 lutherisch gepredigt wurde, und zwar von zwei aus Lübeck kommenden Predigern. Der Pommer Johannes Bugenhagen wurde von König Christian III. nach Kopenhagen geholt, er schuf außer der Kirchenordnung für Dänemark auch die für die Herzogtümer, die 1542 in niederdeutscher Sprache im Druck erschien.

1682 - 1689 wurde die Konfirmation eingeführt.

Lütjensee gehörte bis 1252 zum Kirchspiel Bergstedt und wurde dann dem Kirchspiel Trittau zugeordnet. 1329 wurde die Verbindung mit Trittau aufgehoben und - wie durch eine Urkunde vom 15. Juli 1330 belegt - durch Propst Erich von Hamburg die Lütjenseer Kapelle zur Taufkapelle erhoben und Lütjensee mit Grönwohld zu einem selbständigen Kirchspiel verbunden. Wie lange das Kirchspiel Lütjensee bestanden hat, ist nicht überliefert, es läßt sich aber vermuten, daß nach Besiegung der Raubritter in den sich daran anschließenden ruhigeren Zeiten Lütjensee wieder Teil des Kirchspiels Trittau wurde. Entgegen der Überlieferung, für die es aber keinerlei Anhaltspunkte gibt, die Lütjenseer Kapelle sei 1713 durch russisches Kriegsvolk zerstört worden, ist auf Grund anderer Erkenntnisse über diese Zeit vielmehr anzunehmen, daß sie irgendwann im Verlaufe des Dreißigjährigen Krieges zerstört worden ist. Bis zur Neugründung des Kirchspiels Lütjensee im Jahre 1953 gehörten zu unserem Kirchspiel: Trittau, Bollmoor, Dwerkaten, Grande (mit Grander Heide), Grönwohld, Großensee, Hohenfelde, Lütjensee, Rausdorf, Witzhave und die stormarnschen Teile von Hamfelde und Köthel.

(Gekürzt aus der Festschrift zur 750-Jahr-Feier des Kirchspiels, ergänzt nach Jessens Chronik, aktualisiert.)

"Die Geschichte des Amtes und Kirchspiels Trittau"

Alfred Jessen und sein Werk © Amtsarchiv Trittau / Bergemann

„Die Geschichte des Kirchspiels und Amtes Trittau und seiner weiteren Umgebung“ wurde von Pastor Alfred Jessen verfaßt, auf Grund einer Verfügung von 1897, die von den Geistlichen der Provinz die Verfassung einer Topographie und Chronik ihres Wirkungskreises auferlegte. Leider verhinderte Jessens Tod im Jahre 1913 die Vollendung des Werkes, das bis 1866 reicht. Es wurde von Jessens Sohn im Jahre 1914 aus dem Nachlaß herausgegeben.

Jessens Werk ist zum Teil durch neuere Forschung überholt. "Als Zeitzeugnis ist besagte Chronik nach wie vor ein wichtiges Dokument; es wandelte sich mittlerweile für uns Historiker eben nur von der "Literatur" selbst zur "Quelle", die wichtige Aufschlüsse über die Geschichte des Kirchspiels gibt." (Auskunft Uni Kiel).

Wer sich für die Geschichte unserer engere Heimat interessiert, wird in dem gut zu lesenden Buch viel Interessantes finden.

Weiteres siehe auch HIER.

Das Buch ist im Kirchenbüro und im Buchhandel zu kaufen.