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Vorplatz und Eingang © A.Bergemann
Opferstock © A.Bergemann
Alter Leuchter © A.Bergemann

Beginnen wir unseren Gang auf dem Vorplatz. Er ist geschmückt mit dem Christusmonogramm XP, den griechischen Buchstaben Chi und Rho. Über der Kirchentür stehen die Buchstaben A und O, griechisch Alpha und Omega, der erste und letzte Buchstabe (Offb.2213: „Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende."). Im Vorraum hängt ein Kronleuchter, der früher über dem Mittelgang in im Schiff hing. Der Opferstock stammt aus dem Jahre 1783 und ist damit das älteste Einrichtungsstück.


Blick zum Altar © A.Bergemann
Lohmeyer-Altar 1880-1910 © Kg Trittau
Altar 1910-1948 © Amtsarchiv Trittau
Hötterges-Altar von 1948 © A.Bergemann

Der große Deckenleuchter über dem Mittelgang wurde 1998 vom „Trittauer Kreis" gestiftet, einer Gruppe Trittauer Bürger.

Unser Blick fällt vor uns auf den Altar und dahinter auf drei Glasbildfenster. Der im Oktober 1949 geweihte Altar wurde von den Kaufleuten Theodor Boe und Hans Helms gestiftet; geschnitzt hatte ihn und die Seitentafeln der Bildhauer Franz Hötterges (1912-1993). Die Figuren stießen damals auf Ablehnung, sie sind auch heute nicht unumstritten. Zum Gesamtkunstwerk gehören außer den Relieftafeln am Chorbogen noch zwölf "Stationstafeln" nach Art eines Kreuzwegs; sie hingen an der Wand der Apsis und sind noch vorhanden. MEHR .....

Wie sehr auch Altäre dem Verhältnis zum Thema Altar und dem Zeitgeschmack unterwporfen sind, zeigen unsere Bilder: Der von Lohmeyer gestaltete neugotische Kanzel-Altar mit zwei großen Apostelfiguren dominierte den Raum, der schlichte, nach dem Neubau des Chores aufgestellte Altar konzentriert sich auf das Kreuz, der Hötterges-Altar von 1948 reflektiert das Leiden der vergangenen Jahrzehnte. Der in den Lohmeyer-Altar integrierte barocke Kruzifix wurde später einer der Gefallenentafeln aufgesetzt.

 


Chorfenster © A.Bergemann

Die drei Chorfenster waren eine Stiftung der Familie Adolf Wickel, Grönwohldhof, zurm Neubau des Chores. Sie wurden nach Originalentwürfen von der Kunstanstalt für Glasmalerei der Gebr. Prof. Linnemann in Frankfurt/Main hergestellt, die auch den damals neuerbauten Reichstag ausstattete. Das Mittelfenster zeigt eine Christusgestalt in Anlehnung an Thorvaldsens Christusfigur, in den beiden Seitenfenstern sind die Wappen von Holstein und Stormarn zu sehen. Die Fenster stehen unter Denkmalschutz. Die restaurierte Jugendstil-Grabanlage der Familie Wickel befindet sich auf dem Friedhof nördlich der Kirche. MEHR .....

 

 

Taufe © A.Bergemann
Taufengel © A.Bergemann
Kanzel © A.Bergemann

Die aus Eichenholz gefertigte, mit Messingschale versehene Taufe ist das Geschenk des Trittauers Henry Willhöft, South-Pasadena (Cal.). Sie stammt aus der Zeit des Chorneubaus. Das Messing-Taufbecken trägt als Gravur den Bibelspruch aus Matth. 19/4 „Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solcher ist das Reich Gottes". Über der Taufe hängt ein Taufengel, der 1989 auf dem Dachboden wiedergefunden und dann restauriert wurde. Er war im Jahre 1736 von einem Amtmann gestiftet worden, hatte schon einmal beschädigt auf dem Dachboden gelegen und war 1903 nach einer ersten Restaurierung wieder aufgehängt worden; ein Beispiel für den Wandel des Geschmacks.

Die Kanzel ist der Rest eines im Rahmen der Lohmeyerschen Umbaus installierten Kanzelaltars.

 

 

Pieta von Jürgen Overbeck (Kopie) © A.Bergemann
Gefallenentafel 1870/71 © A.Bergemann
Gefallenentafel 1914/18 (Südseite) © A.Bergemann

An der Nordwand des Kirchenschiffes hängt das Ölgemälde „Grablegung Christi" von Johann Friedrich Overbeck(1789-1869, führender Kopf der „Nazarener"). Es ist eine Kopie des sich in der Lübecker Marienkirche befind Originals, kopiert der Überlieferung zufolge 1914/18 von Dorothea Meins, geb. Hack, aus Trittau, und von ihr der Kirche gestiftet zum Gedenken an die im Weltkrieg Gefallenen. Zwei Namenstafeln für diese hängen schräg gegenüber. Über der Tafel an der Südwand hängt ein barocker Kruzifix. Hinter der Kanzel finden wir ein kleines Epitaph für die Toten des Krieges 1870/71. MEHR .....

Ein weiteres Ehrenmal des Kirchspiels für 1914/18 gibt es auf dem Friedhof, dazu an der Bahnhofstraße eins der Kommune für beide Weltkriege. Über die Geschichte der Ehrenmale können Sie in einem Heft nachlesen, das im Kirchenbüro erworben werden kann. Weiteres auch HIER.

Wenden wir nun den Blick zurück zum Eingang, dann sehen wir auf der Empore die neue Weimbs-Orgel. Sie erfreut uns seit Oktober 2016. Ihre Vorgängerin, gebaut 1964 von der Firma Kleuker, wurde wegen zu hoher Sanierungskosten 2014 an Freunde dieses Orgeltyps verkauft. Über fünf Jahre waren Spenden gesammelt worden, Pfeifenpatenschaften wurden vergeben, Benefizveranstaltungen durchgeführt. Aus der Geschichte unserer Kirche wissen wir, dass bereits vor 1620 eine sechsstimmige Orgel vorhanden war.

 

 

Nebenräume

Inkriminiertes Emblem © A.Bergemann
Fester für Frau Herkt © A.Bergemann

Zu den Bürozeiten können Sie sich die Glasbildfenster im Gemeindesaal ansehen. Sie entstanden nicht nur zur Zierde sondern nehmen auch Stellung in einer Zeit, in der der Initiator, Pastor Böhmke, einen schweren Stand gegenüber der NS-regierten Kommune und gegenüber der den Deutschen Christen zugehörigen kirchlichen Obrigkeit.

Besonders die Ehrung der damals verabschiedeten Leiterin des Roten Kreuzes, vormals Vaterländischer Frauenverein, Marie Herkt, mit einem ganzen Fenster, in dem das Symbol des Roten Kreuzes gezeigt wird, erregte Anstoß. Dieses sei ein geschütztes Warenzeichen und dürfe in einem kirchlichen Gebäude nicht verwendet werden. Im Streit darüber verhielten sich Pastor, Propst und Landeskirchenamt verzögernd; der Kriegsausbruch ließ die Angelegenheit einschlafen. MEHR .....

 

 

Inschrift zur Uhrenmontage © A.Bergemann
Uhrengewichte © A.Bergemann
Glocke von 1833 © A.Bergemann
Glocken von 1959 und 1833 © A.Bergemann
Weule-Uhrwerk von 1892 © A.Bergemann

Uhrwerk und Glocken im Turm können im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Enttäuscht wird, wer von oben eine Fernsicht über Trittau erwartet: Die Schallbretter in Höhe des Glockenbodens erlauben nur eine eingeschränkte Sicht nach unten.

Das mechanische Pendel-Uhrwerk wurde von der Firma Weule in Bockenem am Harz gebaut (MEHR .....). Ein kleineres Werk steht in der Kirche zu Grömitz. Unser Werk hat vier Teilwerke: das eigentliche Werk für die Uhren, je ein Werk für Viertelstunden- und Stundenschläge, dazu ein Werk - vermutlich - für die Abendglocke, das aber außer Betrieb ist. Die Werke werden wöchentlich aufgezogen. An der Wand der Uhrenstube fallen zwei Inschriften auf: „Die Turmuhr wurde am Sonnabend 18. Juni 1892 nach 6 ¾ Jahren geliefert und in Gegenwart von Pastor Jessen von den Monteuren Dannenberg u. C. Meyer aufgestellt. Dabei wurde von den Monteuren ein Vaterunser für gute Lichtverhältnisse gebetet.“ und "1905 -1938 wöchentlich aufgezogen, gewartet und justiert Heinrich Bentien Uhrmachermeister - Trittau. 1.4.1939 - 1.4.1989 wöchentlich aufgezogen, gewartet und justiert Otto Bentien Uhrmachermeister - Trittau"

Die alte Glocke von 1833 hing schon im Vorgängerturm. Sie wurde von der Giesserei Beseler in Rendsburg gegossen. Sie ist mit einem umlaufenden Akanthusblattring am oberen Rand geschmückt, an der Seite trägt sie außer den Gießereidaten das Monogramm FR VI mit Krone und umschließendem Blattkranz: König Frederik VI von Dänemark, der damals in Personalunion als Herzog von Schleswig und Holstein regierte. Eine zweite Glocke mußte im 1.Weltkrieg 1917 als Rüstungsmaterial abgegeben werden, ihr Ersatz von 1924 wiederum 1943. Das Geläut von der neuen Lütjenseer Kirche seit 1953 führte zur zweiten Haus- und Straßensammlung und zu den drei neuen Glocken, die am 1.Advent 1957 i Festgottesdienst geweiht wurden.Die Glocken sind geschmückt mit den Inschriften Jesus Christus + gestern + /Jesus Christus + heute + / Jess Christus + in Ewigkeit + (Hebr.13/8: „Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit“.

Ein elektrisches Läutewerk gibt es seit 1925. Das Läuten folgt Regeln für normale Gottesdienste, Festgottesdienste, Taufen, Hochzeiten, Trauerfeiern und so fort, bei denen bestimmte Glocken für bestimmte Zeit geläutet werden. Dieses Läuten wird über Schalter von Hand in der Kirche gesteuert, die (Viertel-)Stundenschläge steuert das Uhrwerk, das Wochenendläuten steuert eine elektrische Zeituhr. Das Gesamtwerk ist also eine Kombination von Mechanik und Elektrik, mechanischer, manuell-elektrischer und automatisch-elektrischer Steuerung.

Die jüngste Ergänzung ist die Funkfernsteuerung der Totenglocke: Diese Glocke läutet zum Ausgang am Ende der Trauerfeier, bei einer anschließenden Beisetzung auf dem kirchlichen Friedhof läutet sie bis zur Aussegnung am Grab, danach wird sie über Funk abgeschaltet.

 

 

Grabsteine des alten Kirchhofs

Grabstein Hauer © A.Bergemann

Grabsteine vom alten Kirchhofs finden Sie in den Turmseitenräumen und auf dem Gelände um die Kirche.

In den Seitenräumen: Moller 1639, nur Inschrift. Poch, nur Inschrift. 17.Jh. Fauche 1684, mit Cherubköpfen in den Ecken. Holst 1744, mit Auferstehungsrelief. Dassau 1765, mit Familie unter dem Kreuz und vier Cherubköpfen. Dassau 1784, mit Inschriftschild und Vase darüber.

Auf dem Kirchhof gibt es: Hauer 1675, mit Ehepaar unter dem Kreuz und vier Cherubköpfen. Scharf 1698, nur Inschrift. Knack 1747, mit Kruzifix und vier Cherubköpfen. Cellarius 1815, klassizistische Stele. Rosemann 1858, spätklassizistische Stele.

(aus der Kunsttopographie Schleswig-Holstein, Landesamt für Denkmalpflege Schleswig-Holstein (Hrsg.), Karl Wachholtz, Neumünster, 1969)