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Ausgewählte Baudaten der Kirche und anderer Gebäude

Die älteste, uns heute bekannte Nachricht über eine Kirche in Trittau stammt vom 10. Februar 1239 und besagt, daß an diesem Tag der Propst Bruno von Hamburg dem Stift der Nonnen zu Reinbek sowohl die Reinbeker Kirche als auch das von Reinbek aus in Trittau erbaute Gotteshaus verliehen hat. Damit ist belegt, daß eine Kapelle bereits vor der ersten urkundlichen Erwähnung vorhanden gewesen ist.

Die Trittauer Kirche hat im Verlauf der Jahrhunderte bis in die jüngste Zeit hinein die verschiedensten Umbauten über sich ergehen lassen müssen.

Morsche Sparrenenden
Morsche Sparrenenden

Nach Jahrzehnten der Reparaturen war ein Neubau zu Beginn des 19. Jahrhunderts gerechtfertigt, wegen fehlender Mittel blieb es beim Teilneubau des Schiffes.

1770 Der Kirchengiebel im Westen wurde bis an die Brandmauer abgenommen und neu aufgemauert, außerdem mußten zwei Pfeiler repariert werden.

Nordwand, Zustand ca. 1955
© Amtsarchiv Trittau
Kirche und Kirchhof, vor 1799
© Kg Trittau

1799 Bau eines Fachwerkturms.

1810/1811 Der Bau mehrerer Stützpfeiler, der Wiederaufbau eingestürzter Giebel und andere Reparaturen in den vergangenen Jahrhunderten hatten den fortschreitenden Verfall des Bauwerkes nicht aufhalten können. Ein Neubau war gerechtfertigt, wegen fehlender Mittel blieb es beim Teilneubau des Kirchenschiffs, wie es heute steht. Der sechsachtel Chor und die Sakristei an der Nordseite der Kirche wurden abgerissen. Das alte Feldsteinmauerwerk an der Nordseite blieb stehen. Diese Wand wurde 1955 mit dem alten Material neu aufgesetzt, geringfügig verändert und auf der Innenseite durch eine Betonwand verstärkt.

1833 Beschaffung der noch vorhandenen Glocke von der Gießerei Beseler in Rendsburg. Sie ist mit einem Kranz von Akanthusblättern verziert, mit dem Spruch Soli Deo Gloria, mit Monogramm FR VI (Friedrich VI von Dänemark) in einem Kranz sowie mit der Jahreszahl und demHersteller: Gegossen im Jahre 1833  Beseler vor Rendsburg. Ob die zweite Glocke, die im Ersten Weltkrieg abgegeben werden mußte, auch von Beseler stammte, ist noch nicht untersucht.

Kirche bis 1888 © Amtsarchiv Trittau
Innenausbau in Tudorgotik
Kirche mit neuem Turm um 1900 © Amtsarchiv Trittau
Teile der alte Holzbalkendecke © A.Bergemann

1860 Neubau des Pastorats, das 1935 an die Kommune als Rathaus verkauft wurde und heute als "Bürgerhaus" dient (am Europaplatz). Die Scheune daneben wurde 1935 an die NSDAP verkauft, die sie als Gruppenhaus und Jugendherberge nutzte; nach 1945 wurde das Gebäude Schule, heute beherbergt es die VHS, die Bücherei und Räume des Amtes.

1877 Umgestaltung des Kirchenschiffs durch Carl August Wilhelm Lohmeyer, einem Lauenburger Architekten, der den Tudorstil in England kennen gelernt hatte, als dreischiffige Halle in englisch-gotischen Formen. Bis zum Umbau hatte die einschiffige Kirche eine Holzbalkendecke mit barocker floraler Bemalung. Lohmeyer war hauptsächlich im Herzogtum Lauenburg tätig, in unserer Nähe sind es die Kirchen in Basthorst, Kuddewörde und Sandesneben; Trittau ist seine einzige Kirche in Stormarn.

1888 Bau des Westturms mit Nebenbauten von Otto Pieper in frühgotischen Formen. Pieper baute 1883 die Kirche in Siek (heute steht nach Sturmschäden an der Kirche in den 1950er Jahren noch der Turm), 1894 die Kirche in Schwarzenbek. MEHR ..... und MEHR .....

1892 Kauf und Installation des heute noch arbeitenden Uhrwerks der Fa. Weule, Bockenem am Harz. Das Werk steuert außer den Uhrzeigern die Viertelstunden- und Stundenschläge. Uns sind aktive Weule-Uhrwerke aus Grömitz/Ostsee und Rellingen bekannt.

Entwurf Gemeindesaal © Büro Schnittger, Kiel
Gemeindesaal & Büro © A.Bergemann
Restaurierte Empore © A.Bergemann

1900 Abbruch des „Kinderhauses“, eines Warteraumes für zur Taufe gebrachte Kinder an der Südseite.

1911 Bau des Chors von F. Lorenz

1933 Kauf des 1905 erbauten Wohnhauses des Stellmachermeisters Adolf Wilke als Pastorat, Verkauf des alten Pastorats und der Pfarrscheune (heute VHS und Bücherei am Europaplatz) an die Kommunalgemeinde.

1935 Bau des Saales mit Büro- und Nebenräumen. MEHR .....

1955 Wiederaufbau der brüchigen Nordwand in geringfügig modifizierter Form, innen verstärkt durch eine Stahlbetonwand.

1957 Beschaffung von drei Glocken. Eine zweite Glocke von 1924 hatte 1943 wiederum abgegeben werden müssen.

1963 Bau des zweiten Pastorats.

1967/1968 Bau des Gemeindehauses „Bugenhagenheim“ und des „Regenbogen“-Kindergartens.

1997 Bau des Kindertagesheims „An der Aue“.

2014 Reparatur des Dachstuhls des Kirchenschiffs, Innenrenovierung. Im Dachstuhl wurden 2013 einzelne Hölzer dendrochronologisch untersucht: Einzelne Balken stammen aus der Zeit um 1455.

2015 Rekonstruktion des gestuften Emporenbodens und Wiederaufstellung der noch vorhandenen Kirchenbänke. Zur Schallisolierung wurde der Raum zwischen der untersichtigen Verbretterung und dem neuen Boden mit Kork ausgefüllt.

2016 Bau der Sozialräume auf dem Friedhof.

(Zusammengestellt u.a. aus Texten der Festschrift zum 750 jährigen Jubiläum der Kirchengemeinde (1998) und aus „Die Geschichte des Kirchspiels und Amtes Trittau und seiner weiteren Umgebung“ von Pastor Alfred Jessen (1913)