Nachrichten

Präsentation des Entwurfs der neuen Orgel in der Martin-Luther-Kirche Trittau am 06.05.2012
Eingestellt am: 07.05.2012

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Gottesdienste

20.05.12 10:00 Uhr: Gottesdienst - Exaudi

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01.06.12 15:00 Uhr: Seniorenkaffee

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Kirchenmusik

08.06.12 19:00 Uhr: VOLKSLIEDERSINGEN mit den jungen Streichern aus der Geigenklasse A. Litzendorf

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Es steht im MARKT: "Auf ein Wort ......"

Aufmerksamkeit

Pastorin Anke Schäfer
Pastorin Anke Schäfer

Wenn Jesus etwas besonders gut konnte, dann war es das Stehenbleiben, das Aufmerken, das Wahrnehmen anderer Menschen. Wir haben ja oft nicht die Zeit, bei jedem fragenden Blick und jeder bittenden Geste stehenzubleiben. Oft interessieren uns andere nicht. Oft sind wir zu sehr mit uns beschäftigt.

Das sah bei Jesus ganz anders aus. Mit offenen Augen und wachen Ohren ist er unterwegs. Ungemein interessiert am Schicksal anderer Menschen. So gelangt er eines Tages mit seinen Freunden in die Nähe von Jericho. Da war ja schon einmal ein Wunder geschehen. Scheinbar undurchdringliche Mauern fielen zusammen (vgl. Josua 6). Und dann war der Weg zu einem neuen, luftdurchlässigen Leben frei. Heute also wieder: Jericho. Die äußeren Mauern sind zwar weg, aber die Mauern in unseren Köpfen stehen noch ...

Der Reihe nach: Da sitzt ein blinder Mensch am Weg. Wir sehen ihn, er sieht uns nicht. Er ist auf seine Umgebung angewiesen, wir aber längst nicht auf ihn. Jemand muss ihn am Bordstein abgesetzt haben, denn dort hockt er jetzt - und bettelt. Er bettelt uns an. Vor ihm die Mauer der undurchdringlichen Dunkelheit, hinter ihm auch. Nur hören kann er noch. Und er hört ungewöhnliches. Jericho ist so belebt wie sonst nicht. Und: Neugierig ist er geblieben. Mehrmals muss er nachfragen, dann bekommt er die lapidare Antwort: „Jesus von Nazareth geht vorbei." Lapidar? Der Blinde spürt, er ahnt, er weiß: Das ist die große Chance! So oft kommt die nicht wieder. So schnell kommt Jesus nicht noch mal vorbei. Sehen und Handeln kann er nicht, was er aber kann, das setzt er mit allen Kräften ein. Er schreit, lauthals: „Jesus, du Sohn Davids, erbarme dich meiner." Ich denke, das Schreien ist ja schon ganz schön gewagt. Aber der Inhalt des Schreiens noch viel mehr: Er packt Jesus bei seinem Ehrentitel. Das ist ja - in seinen blinden Augen (!) - nicht nur der Sohn des Zimmermanns Josef aus Nazareth, nein, da geht der leibhaftige Sohn Davids aus Bethlehem vorbei. Aber die Schweigemauern Jerichos sind hoch. Sein verzweifelter Schrei prallt an ihrem bösen Echo ab: „Schweig still!" Aber er ruft nur noch lauter: „Erbarme dich meiner!"

Und jetzt kommt´s: Jesus geht nicht weiter. Der Sohn Davids weiß, was sich gehört. Er bleibt stehen.

Tun wir es ihm nach! Stehenbleiben, ein paar Minuten wenigstens, bei denen, die rufen. Und dann den wertvollen Menschen herholen lassen. Und dann ansehen, wahrnehmen und fragen: "Was willst du?"

Und da können Sie mir sagen was Sie wollen, alle Menschen werden im Augenblick ganz andere Menschen, wenn sie merken, da ist plötzlich jemand, der oder die sich für alles, was ich so mache, interessiert." (Hans Dieter Hüsch)

Schon der Glaube daran hilft allen Beteiligten weiter. Dem Blinden und uns. Gott sei Dank!

Pastorin Anke Schäfer, Trittau