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Präsentation des Entwurfs der neuen Orgel in der Martin-Luther-Kirche Trittau am 06.05.2012
Eingestellt am: 07.05.2012

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20.05.12 10:00 Uhr: Gottesdienst - Exaudi

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Kirchenführer


Die Kirche von SSW

In der Mitte Trittaus steht unsere Martin-Luther-Kirche, so genannt seit ihrer Namens­ge­bung am 30. Juni 1968. Ur­sprünglich war sie St. Johan­nes geweiht. 

Die älteste, uns heute bekann­te Nachricht über eine Kirche in Trittau stammt vom 10. Februar 1239; an diesem Tag wies der Propst Bruno von Ham­burg dem Stift der Nonnen zu Reinbek sowohl die Rein­beker Kirche als auch das von Reinbek aus in Trittau erbaute Got­teshaus zu.

Die Kirche vor dem Turmneubau
Die Kirche vor dem Turmneubau

Die Trittauer Kirche hat im Verlauf der Jahrhunderte bis in die jüngste Zeit hinein die ver­schiedensten Umbauten über sich ergehen lassen müssen. Nach Jahrzehnten der Reparaturen war ein Neubau zu Beginn des 19. Jahr­hunderts gerechtfertigt, wegen fehlender Mittel blieb es beim Teilneubau des Schiffes. Der Chor und die Sakristei an der Nordseite der Kirche wur­den abgerissen. Das alte Feld­stein­mauerwerk an der Nord­seite blieb stehen; in seiner unregel­mäßiger Schich­tung sind viel­leicht noch Teile des Vorgängerbaus, einer Kapelle, vor­han­den. 1888 wurden der Turm und die Nebenbauten von O.Pieper an das Schiff gesetzt, 1911 ein neuer Chor, 1935 der Gemein­desaal und das Büro.

Die Nordwand
Die Nordwand
Eingangstür
Eingangstür

Wir treten ein von dem mit dem Christus- monogramm geschmück­ten Vorplatz. Über der Tür stehen die Buch­staben A und O (Offb.2213: „Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende.").

Kirchenschiff zum Altar hin
Kirchenschiff zum Altar hin

Durch den Vorraum, vorbei am alten Opfer­stock aus dem Jahre 1783, gelangen wir in den Kirchen­raum, 1880 von C.A.W. Lohmeyer als dreischiffige Halle in eng­lisch-gotischen Formen umgestaltet mit dünnen hölzernen Bündel­pfeil­ern, Tudorbögen, flach­gedeckten Seiten­schiffen und einem etwas höheren Mittel­schiff mit hölzer­ner Tudor­bogentonne und einer Hufeisen-Empore. Lohmeyer war in der Nähe auch in Basthorst, Kudde­wörde und Sandes­neben tätig. 

Der große Deckenleuchter im alten Stil wurde 1998 vom „Trittauer Kreis" gestif­tet, einer Gruppe von 15 Trittauer Bürgern.

Taufengel
Taufengel

Die aus Eichenholz gefertigte, mit Messing­schale verse­hene Taufe ist das Geschenk des Trittauers Henry Will­höft, South-Pasadena (Cal.). Sie stammt aus der Zeit des Lohmeyer­schen Umbaus. Das Messing-Tauf­becken trägt als Gravur den Bibelspruch aus Matth. 19]4 „Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solcher ist das Reich Gottes". Über der Taufe hängt ein Tauf­engel, der 1989 auf dem Dach­boden wiedergefunden und dann restauriert wurde. Er war im Jahre 1736 von einem Amtmann gestiftet worden, hatte schon einmal beschädigt auf dem Dachboden gele­gen und war 1903 nach einer ersten Restaurierung wieder aufgehängt worden; ein Beispiel für den Wandel des Geschmacks.

Taufschale
Taufschale

Die Kanzel ist der Rest eines im Rahmen der Loh­mey­er­schen Umbaus instal­lierten Kanzelal­tars.  Der im Oktober 1949 geweihte jetzige Altar wurde von den Kaufleuten Theodor Boe und Hans Helms gestiftet; geschnitzt hatte ihn und die Seitentafeln im Stil der Zeit der Bildhauer Härtiges. Die Figuren, besonders der nordische Christus, stießen schon damals auf Ablehnung, sie sind auch heute nicht unumstritten. Das Altar-Leuchterpaar stammt von 1804 (Messing, mit Stufensockel und glattem Säulenschaft).

Chorfenster
Chorfenster

Die drei Chor­fenster waren eine Stiftung der Familie Adolf Wickel, Grönwohldhof, zurm Neubau des Chores und wurden nach Originalent­wür­fen von der Kunstanstalt für Glasmalerei der Gebr. Prof. Linnemann in Frank­furt/Main hergestellt, die auch den damals neuerbauten Reichstag ausstattete. Das Mittel­fenster zeigt eine Christusgestalt in Anlehnung an Thor­vald­sens Christus­figur, in den beiden Seitenfenstern sind die Wappen von Holstein und Stor­marn zu sehen. Die drei Chorfenster stehen unter Denkmalschutz. Die restaurierte Jugendstil-Grabanlage der Familie Wickel befindet sich auf dem Friedhof nördlich der Kirche. Die übrigen großen Kirchen­fenster sind eine Stiftung des früh­eren Kirchenältesten, Freiherrn von Stolzenberg.

Pieta
Pieta

An der Nordwand des Kirchen­schif­fes hängt das Ölge­mälde „Grab­legung Christi" von Johann Friedrich Over­beck (1789-1869, führender Kopf der „Naza­rener"). Es ist eine Kopie des sich in der Lübecker Marienkirche befind Origi­nals, kopiert 1914/18 von Dorothea Meins, geb. Hack, aus Trittau, und von ihr der Kirche gestiftet zum Geden an die im Weltkrieg Gefallenen. Zwei Namens­tafeln für diese hängen schräg gegenüber. Über der Tafel an der Südwand hängt ein barocker Kruzifix. Hinter der Kanzel finden wir ein kleines Epitaph für die Toten des Krieges 1870/71. Ein weiteres Ehrenmal des Kirchspiels für 1914/18 gibt es auf dem Fried­hof, an der Bahn­hofstraße eins der Kommune für beide Weltkriege. Über die Geschichte der Ehrenmale können Sie in einem Heft nachlesen, das im Kirchenbüro erworben werden kann.

Die Orgel, gebaut 1964 von der Firma Kleuker, besitzt 22 Regi­ster. 1996 reno­viert, bedarf das Instrument heute drin­gend der Erneuerung. Aus der Geschich­te unserer Kir­che wissen wir, dass bereits vor 1620 eine sechs­stimmige Orgel vorhanden war. 

Das heutige Geläut der Martin-Luther-Kirche besteht aus vier Bronze-Glocken. Nur eine davon stammt noch aus dem Jahre 1833, die drei übrigen aus dem Glocken­neuguß von 1957. Das Geläut hatte bis 1940 aus zwei Glocken bestanden: einer Bronzeglocke von 92 cm Außen­durchmesser ,Ton Af", Glockengießer Beseler aus Rendsburg, Gußjahr 1833, und einer Bronzeglocke von 126 cm Außendurchmesser, Ton Ad", Glocken­gießer Ohlson aus Lübeck, Gußjahr 1925. Diese Glocke mußte 1940 im Rahmen der staatlich verord­neten Metall­sammlung abgegeben werden. Am 1. Advent des Jahres 1957 wurde das neue Geläut der Gemeinde über­geben.

Grabplatte Hauer vor der Kirche
Grabplatte Hauer vor der Kirche

Alte Grabsteine sind in den Turmseitenräumen auf­ge­stellt: (Sandstein): Moller 1639, nur Inschrift. Poch, nur Inschrift. 17.Jh. Fauche 1684, mit Cherubköpfen in den Ecken. Holst 1744, mit Auf­erstehungsrelief. Dassau 1765, mit Familie unter dem Kreuz und vier Cherub­köpfen. Dassau 1784, mit Inschriftschild und Vase darüber. Auf dem Kirchhof gibt es: Hauer 1675, mit Ehepaar unter dem Kreuz und vier Cherub­köpfen. Scharf 1698, nur Inschrift. Knack 1747, mit Kruzifix und vier Cherubköpfen. Cellarius 1815, klassizistische Stele. Rosemann 1858, spät­klassi­zistische Stele.

Der heutige Friedhof der Kirchen­ge­meinde liegt nördlich der Kirche, er wurde 1865 eröffnet. Über ihn gibt es ein eigenes Faltblatt.

Altes Tauf- und Abendmahlsgerät ist nicht mehr vorhan­den, es ging beim Brand des Küsterhauses im 19. Jahr­hundert verloren.